Die Herausforderung
Ein schnell wachsendes B2B-SaaS-Unternehmen mit über 200 Enterprise-Kunden stand vor einem kritischen Problem: Ihre Deployments dauerten durchschnittlich 45 Minuten und liefen auf einer monolithischen, selbstverwalteten VM-Infrastruktur. Jedes neue Release war ein Event, mit Stress, manuellem Eingreifen und regelmäßigen Ausfällen außerhalb der Bürozeiten.
Das Entwicklerteam verbrachte schätzungsweise 30% seiner Zeit mit Infrastruktur-Troubleshooting statt mit der Entwicklung neuer Features. Mit einer geplanten Verdopplung des Teams in 12 Monaten war klar: So kann es nicht weitergehen.
Das Unternehmen wusste, dass Kubernetes die Lösung sein sollte, aber die interne Expertise fehlte, und eine falsch geplante Migration hätte den Betrieb für Hunderte zahlende Kunden riskiert.
Unsere Lösung
CCsolutions übernahm die Migration in drei klar definierten Phasen, um das Risiko zu minimieren und den laufenden Betrieb nicht zu unterbrechen.
Phase 1. Assessment & Architektur (Wochen 1-3): Wir analysierten die bestehende Infrastruktur, identifizierten die 12 Services des Monolithen und definierten die Ziel-Architektur: Ein managed Kubernetes-Cluster auf AWS EKS mit klar getrennten Namespaces für Staging und Production.
Phase 2. Containerisierung & CI/CD (Wochen 4-8):
Alle Services wurden Dockerisiert, Helm-Charts erstellt und eine vollautomatische CI/CD-Pipeline mit GitHub Actions aufgebaut. Jeder Merge in main triggert automatisch einen Build, führt Tests durch und deployed in Staging. ohne manuellen Eingriff.
Phase 3. Migration & Cutover (Wochen 9-12): Mittels Blue-Green-Deployment migrierten wir den Traffic schrittweise. 10% → 50% → 100%, mit automatischen Rollback-Mechanismen. Der finale Cutover fand an einem Sonntagmorgen statt und dauerte 23 Minuten.
Die Ergebnisse
Die Zahlen sprechen für sich:
- Deployment-Zeit: Von 45 Minuten auf durchschnittlich 9 Minuten, eine Reduzierung um 80%
- Infrastrukturkosten: Durch bessere Resource-Utilization auf Kubernetes 35% geringere AWS-Kosten gegenüber den VM-Kosten
- Verfügbarkeit: 99.97% Uptime in den ersten 6 Monaten nach Migration (vorher: ~99.3%)
- Entwicklerproduktivität: Das Team deployt jetzt durchschnittlich 4x täglich statt 1x pro Woche
- On-Call-Vorfälle: Reduzierung um 60%, weniger Nachteinsätze, bessere Work-Life-Balance
Technologie-Stack
- Kubernetes: AWS EKS (v1.28)
- CI/CD: GitHub Actions + ArgoCD
- Monitoring: Prometheus + Grafana + PagerDuty
- Logging: ELK Stack (Elasticsearch, Logstash, Kibana)
- Helm für Kubernetes Package Management
- Terraform für Infrastructure as Code
Fazit
Was diese Migration besonders gemacht hat, war nicht die Technologie, es war das strukturierte Vorgehen. Kubernetes-Migrationen scheitern meistens nicht an technischen Problemen, sondern an schlechtem Change-Management und mangelnder Vorbereitung.
Für das Entwicklerteam war der Wandel spürbar: Statt Infrastruktur zu debuggen, entwickeln sie Features. Das Unternehmen hat seitdem zwei weitere Produktbereiche auf Kubernetes migriert und plant, seine gesamte Infrastruktur bis Ende des Jahres vollständig als Code zu verwalten.
"CCsolutions hat nicht nur unsere Infrastruktur transformiert, sie haben unsere Engineering-Kultur verändert. Wir denken heute anders über Deployments." CTO, SaaS-Unternehmen